Call of Juarez: Bound in Blood – edler Western-Shooter

Ein sandiger Wind fegt entwurzelte und ausgetrocknete Büsche über die Straße, die Sonne brennt heiß auf die Brüder McCall herab. Die Fenster des Salons sind durch den vorangegangen Schusswechsel zersplittert, vor dem Eingang liegen herrenlose Revolver neben ihren alten, toten Besitzern. Sie waren für Ray und Thomas einfach zu langsam. Ray zieht sich als Schutz vor der Sonne die Krempe seines schwarzen Huts ins Gesicht und ruft dem Saloon entgegen: „Komm raus, du Feigling!“ Der Schurke stellt sich dem direkten Duell – reiner Selbstmord. Hätte er den McCalls besser nicht im Weg gestanden.

Die McCalls sind die Hauptcharaktere in Ubisofts neuem Western-Shooter Call of Juarez: Bound in Blood. Wie schon der Vorgänger, oder besser, der Nachfolger, denn Call of Juarez: Bound in Blood ist ein Prequel, ist Call of Juarez: Bound in Blood ein Werk der polnischen Spielschmiede Techland. In Bound in Blood schlüpft der Spieler in die Rolle von Thomas oder Ray McCall. Vor jedem Level kann man sich für einen der Beiden entscheiden, was kleine Änderungen im Level nach sich zieht. Auch die Charaktere an sich unterscheiden sich: Während Ray mit zwei Colts kräftig im Nahkampf austeilt und verschanzte Banditen mit Dynamitstangen aus ihrer Deckung sprengt, kann Thomas mit seinem Bogen und Wurfmessern Feinde lautlos in den Staub schicken.

Call of Juarez: Bound in Blood strotz im Leveldesign nur so vor abwechslungsreichen Ideen. Mal poltern wir mit einer Postkutsche über die Prärie und müssen Angreifer abwehren und dann eine ganze Stadt samt Saloon von Gesindel befreien. Call of Juarez: Bound in Blood schickt uns auch auf eine Kanu-Tour, auf der wir unsere Skalps vor wütenden Indianern retten müssen. Natürlich sind Western-Klischees wie die obligatorische Goldmine, ein verfluchter Schatz und viele Pferde ebenfalls in CoJ: Bound in Blood enthalten.

Das alles setzt Bound in Blood in einer wahren Grafikpracht effektvoll in Szene, die Zwischensequenzen könnten glatt aus einem Wild-West-Film stammen. Die Steuerung geht dank einem halbautomatischen Deckungssystem und leichtem Autoaim spielend von der Hand und verstärkt das Mittendrin-Gefühl. Nicht ganz überzeugen kann jedoch die Sprachausgabe des Hauptcharakters, wie dieser Call of Juarez: Bound in Blood Test bemängelt.

Den Rahmen für das Effektfeuerwerk stellt eine hervorragend herausgearbeitete Story über Bruderliebe, Neid und Gier. Leider läuft in Call of Juarez: Bound in Blood nach guten sieben Spielstunden der Abspann den Monitor hinunter. Doch die Erinnerungen an die Geschichte wird mir noch für eine ganze Weile im Gedächtnis bleiben.

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Datum: Freitag, 3. Juli 2009 15:37
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Ein Kommentar

  1. 1

    Ich finde die Idee die hinter diesem Spiel steckt gar nicht mal so schlecht. Denn obwohl es auch ein Shooter ist, haben die Entwickler diesen Actiontouch im Wilden Westen doch recht gut umgesetzt.

    Das Spiel an sich macht auch recht viel Spass. Bin mal gespannt ob noch ein Teil drei folgen wird.

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