Beiträge vom April, 2009

Ceville – Das Böse hat einen Namen

Montag, 27. April 2009 11:06

Schon tausend Mal die Welt gerettet? Hunderte Male von jubelnden Massen gefeiert worden, die Prinzessin gerettet und den Drachen erschlagen? Alles viel zu öde. Zu weich, zu… heldenhaft. Dabei geht es doch auch ganz anders, wie immerhin schon das Strategiegenre mit dem Klassiker Dungeon Keeper bewies.

Was Diablo kann, kann ein kleiner König schon lange, dachten sich wohl die Entwickler bei Realmforge und erschufen mit Ceville ein Adventure mit mehr schwarzem Humor als eine Wagenladung Schwarzwälder Holzkohle. Im märchenhaften Reich Faeryanis wandelt ihr als tyrannischer kleiner König Ceville auf den Spuren solch namhafter Vettern wie Guybrush Threepwood aus Monkey Island oder Zak McKracken aus… Zak McKracken eben.

Zurzeit erleben die Adventures ohnehin wieder eine Renaissance, doch Ceville kann sich unter den zahlreichen Hochkarätern einen besonderen Platz auf den vorderen Plätze ergattern. Neben den netten Animationen fügen sich vor allem die fiesen kleinen Bemerkungen des Miniaturkönigs gut in die Spielatmosphäre ein. Gegen Ende muss der Spieler dann aber doch wieder die Welt retten und vor einem bösen Zauberer bewahren. Ganz so niederträchtig wollten die Entwickler ihren Ceville dann doch nicht charakterisieren.

Die Rätsel um Ceville und seine Gefährten Lilly und Ambrosius können Adventure-Neulinge bisweilen recht ratlos vor dem heimischen PC sitzen lassen. Schließlich ist durch reines Herumprobieren in diesem Spiel kein Blumentopf zu gewinnen. Zu zahlreich die Kombinationsmöglichkeiten mit verschiedenen Charakteren und Gegenständen. Ein Blick in die Ceville Komplettlösung war zumindest bei mir gelegentlich nötig.

Warum also Ceville kaufen? Ganz einfach: Ceville lässt sich als klassisches, an Wortwitz und skurrilen Charakteren reiches Adventure an, welches sich zeitgemäß mit bunter 3D-Grafik und schicken Animationen präsentiert. Darüber hinaus finden Veteranen des Genres eine Vielzahl größerer und kleiner Anspielungen auf die klassischen Adventures der frühen 90er oder Filme wie Star Wars, Herr der Ringe oder auch Fantasy Titel wie World of Warcraft. Die Rückkehr eines goldenen Zeitalters also? Das entscheidet letztlich die Brieftasche der spielenden Massen.

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Counter-Strike – von der Mod zum Medienspektakel

Freitag, 17. April 2009 9:48

„Bomb has been planted“ Jetzt muss es schnell gehen. Wir hatten kein Geld für ein Defuse-Kit, so müssen wir also mehr Zeit zum Entschärfen der Bombe einplanen. Das macht die Sache noch gefährlicher, denn beim Code-Knacken sind wir ein leichtes Ziel für die Terroristen. Glück gehabt, der zuerst angesteuerte Bombspot war der richtige, denn das Ticken der Bombe wird lauter. Wo ist das rote Blinken der Bombe? Das Ticken wird schneller. Da ist sie! Jetzt schnell ran. „Bomb has been defused“ Na Gott sei dank!

Solche Szenen spielen sich täglich zu Tausenden auf den Servern ab. Counter-Strike fing 1999 als Mod für Half-Life von Valve an und gehört nun zu den beliebtesten Multiplayer-Shootern, der sich inkl. Counter-Strike Condition Zero und Counter-Strike Source 11,1 Millionen Mal verkauft hat. Die Bombe in Counter-Strike tickt folglich seit nunmehr fast acht Jahren.

In dieser Zeit hat sich einiges getan, weit mehr als der Grafiksprung von einer 800x600er Auflösung auf das „Half-Life 2“ Grafikgerüst, die Source Engine. Counter-Strike entwickelte sich zu einem Multiplayer-Liebling und fest integriertem eSport-Titel, bis hin zum Medienspektakel. Anlass dafür war der Amoklauf in Erfurt am 26. April 2002. Die Polizei fand in der Wohnung des Amokschützen unter anderem das Spiel Counter-Strike. So schlitterte es nach und nach in die ungewollte Rolle des Vorzeige „Killerspiel“. Immer wieder wurden Counter-Strike abstruse Inhalte angedichtet und der angebliche hohe Gewaltgrad hervorgehoben. Nichtsdestotrotz erfreut sich Counter-Strike einer hohen Beliebtheit, denn Counter-Strike bietet mehr als Waffen.

Für viele scheint es, als ginge es ums bloße Ballern und Töten. Es reicht, den Feind mit dem Fadenkreuz anzuvisieren und die Maustaste zu drücken. Doch in vielen Fällen, vor allem bei ungeübten Spielern, geschieht gar nichts. Jedenfalls nicht das Erwünschte. Oft beißt man selbst ins virtuelle Gras und nicht der Gegner. Counter-Strike verlangt eine gewisse Erfahrung vom Spieler. Die Begeisterung entspringt unter anderem der Wettkampfatmosphäre, es ist ein Messen der Erfahrung und Reflexe. Doch das wird leider viel zu oft ausgeblendet oder nicht erkannt. Für Politiker ist ein Spiel mit Waffen ein Killerspiel, Punktum.

Würde man sich die Mühe machen und einmal hinter die Fassade schauen, könnte man ein Spielgerüst erkennen, das nicht auf Tod und Wut beruht, sondern auf Teamgeist und darüber hinaus die Hand-Augen-Koordination und die Reflexe schult. Vielleicht würde es dann der bayrische Innenminister unterlassen, Computerspiele und Kinderpornographie auf eine Stufe stellen.

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GTA Chinatown Wars: Das Beste für den DS

Dienstag, 14. April 2009 14:39

Mehr als nur Actionspiel. Die Grand Theft Auto-Serie hat sich zu einem ganz eigenen sozialen Phänomen gemausert. Heiße Debatten um die Fragwürdigkeit der freien Entscheidung des Spielers in der offenen Spielwelt jedes GTA-Titels auch einfach Amok laufen zu können, schwappen längst schon auf die Titelseiten etablierter spielfremder Magazine.

Der neueste Teil des GTA-Franchises Grand Theft Auto: Chinatown Wars macht da keine Ausnahme, wendet sich aber im Gegensatz zu den Vorgängern von den großen Konsolen ab und macht es sich auf Nintendo DS bequem. Kleines Spielgerät gleich kleines Spiel? GTA Chinatown Wars überzeugt vom Gegenteil.

Im Grand Theft Auto Chinatown Wars Test räumte der Titel dann auch eine echte Höchstwertung ab. Da dürfte sich so mancher langjährige GTA-Fan fragen, wie das Spiel auf dem Handheld funktionieren soll. Etwa wieder wie die Klassiker Grand Theft Auto und der zweite Teil mit ihren Top-Down-Perspektiven?

Zur Hälfte richtig, mit GTA DS lässt Entwickler Rockstar den Spieler schräg von oben den aufsteigenden Kriminellen Huang Lee steuern, bietet aber das abwechslungsreiche Gameplay der neueren Titel wie GTA  4 oder Grand Theft Auto: San Andreas. Neben einer neuen Brachialmethode die Polizei abzuhängen bietet das Spiel aber dank der Unterstützung des speziellen DS-Eingabegeräts, dem Stylus, einige wohltuende Änderungen im altbekannten Gameplay.

Beispielsweise können eifrige Bastler ihr Scharfschützengewehr selbst zusammenbauen, indem sie erst die Teile aus einem Koffer entnehmen, sie richtig zusammenfügen und mit Drehbewegungen verschrauben. Auch auf die subtileren Methoden eingefleischter Gangster legt Grand Theft Auto: Chinatown Wars besonderes Augenmerk. Elektronische Schlösser müssen erst einmal mit ein paar Schlägen aufgebrochen und dann die Drähte per Stylus verbunden werden.

Natürlich ist auch das altbekannte Überfahren von Passanten wieder mit in Grand Theft Auto: Chinatown Wars dabei und sorgt für den üblich anarchischen Comiccharme der schon dem ersten Grand Theft Auto seinen Erfolg bescherte. Eigentlich kann man da fast nur noch in den Laden rennen, um sich dieses kleine Meisterwerk zum Mitnehmen anzuschaffen.

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