Beiträge vom Januar, 2009

Runes of Magic kopiert World of Warcraft

Donnerstag, 29. Januar 2009 17:25

Man kann Phrasen wie “Platzhirsch Blizzard” oder “World of Warcraft dominiert die MMO-Welt” schon lange nicht mehr hören, doch leider sind sie heuer wahrer als je zuvor. Die großen MMORPG Konkurrenten aus dem letzten Jahr, von Age of Conan bis Warhammer Online, konnten allesamt nur wenig gegen die Marktmacht von WoW ausrichten. Umso erstaunlicher, dass mit Runes of Magic derzeit ein Hype um ein Spiel geschürt wird, das gemeinhin nicht zu den „Großen“ gerechnet wird.

Denn Runes of Magic gehört zu den MMORPG Spielen, die sich nicht über monatliche Gebühren, sondern über ein Free to play Modell finanzieren. Haftete in Deutschland lange noch das Motto vom „kost’ nichts taugt nichts“ in den Köpfen der Spieler, so liegt Gratis MMO mittlerweile im Trend. Qualitativ brauchen sich Titel wie Runes of Magic, Shaiya und Flyff jedenfalls kaum noch hinter den Großproduktionen verstecken.

Runes of Magic hat aber noch eine Qualität, die es gleichsam zum potenziellen Hitkandidaten wie Stein des Anstoßes macht: Es klaut auf beinahe schon freche Weise von World of Warcraft – dies aber auf eine derart konsequente und clevere Art, dass bereits viele Spieler einen Wechsel zum kostengünstigeren Runes of Magic in Betracht ziehen.

Gezahlt wird hier nämlich nur für bestimmte Items, die man im Runes of Magic Shop erwerben kann. Kritische Stimmen vermuten hier jedoch ein unausgeglichenes Balancing, das nicht-zahlende Runes of Magic Spieler benachteiligt. Sämtliche Items, die für echtes Geld erworben werden können, sind nämlich im Spiel selber nicht zu finden.

Vor allem auch der Grafikstil von Runes of Magic mit seinem bunten Comic-Look erinnert an das offensichtliche Vorbild World of Warcraft – ein weiterer Grund, weswegen sich WoW Spieler dort sofort heimisch zu fühlen scheinen. Die Runes of Magic Beta ist bereits in vollem Gange. Wer sich also selbst ein Bild machen möchte, lädt sich einfach den Runes of Magic Client runter und spielt los. Kostet ja nichts.

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Landwirtschafts-Simulator 2009: ein Phänomen

Dienstag, 27. Januar 2009 15:04

Als Spieler wähnte ich mich schon an dem Punkt, an dem ich dachte, alles bereits gesehen zu haben. Und dann kommt der bisher wenig bekannte Publisher astragon und stellt im Handumdrehen die gesamte Spielebranche auf den Kopf, denn: Der Landwirtschafts-Simulator 2008 gehört zu den erfolgreichsten Spielen des letzten Jahres. Statt Crysis Prachtgrafik und komplexer Spielmechanik verpackt der Landwirtschafts-Simulator 2008 langweilige Fließbandarbeit in veraltete (aber durchaus detailgetreue) Grafik – und begeistert damit die Massen.

Kein Wunder, dass mit dem Landwirtschafts-Simulator 2009 der Nachfolger zum Landwirtschafts-Simulator 2008 nicht lange auf sich warten ließ. Löblich: Das Landwirtschafts-Simulator 2008 Addon mit neuen Fahrzeugen und Features gab es bereits kostenlos zum Download. Zahlreiche Mods mit neuen Traktoren, Gras und Mähdreschern halten die mittlerweile beachtlich große Community des Landwirtschafts-Simulator bei Laune – zum Unverständnis sogenannter Core-Spieler, die ob des Mähen, Ernten und Düngen ihre Nasen rümpfen.

astragon ist die Kritik am LS08 jedoch schnurz: Nicht nur dass hier schon emsig am LS09 gearbeitet wird, auch der Gabelstapler-Simulator und Müllabfuhr-Simulator avancierten zu Verkaufsschlagern. Doch Vorsicht: Die Konkurrenz hat den Braten rund um den Landwirtschafts-Simulator gerochen und setzt zum Sprung auf denselben Zug auf: Mit dem John Deere Landmaschinen-Simulator hat rondomedia bereits einen Trittbrettfahrer im Angebot, der ein ebenso großer Hit zu werden verspricht.

Doch was ist das Geheimnis von Landwirtschafts-Simulator, Landmaschinen-Simulator & Co.? Scheinbar werden mit den astragon Spielen männliche Kindheitsträume bedient, die irgendwo zwischen dem Steuern monströser Maschinen und dem Prinzip der Selbstversorgung liegen. Zudem übt die Detailverliebtheit der Fahrzeuge im Landwirtschafts-Simulator 2008 eine ähnliche Faszination aus wie beim Sammeln von Modelleisenbahnen und -flugzeugen. Und nicht zuletzt ähnelt das monotone Gameplay von LS08, LS09 und John Deere Landmaschinen-Simulator auf frappierende Weise dem süchtig machenden Spielprinzip diverser als Asia-Grinder bezeichneten MMORPGs.

Es kann also durchaus sein, dass uns demnächst eine riesige, frei begehbare Agrarwelt mit Tausenden von Spielern erwartet – mit dem Landwirtschafts-Simulator Online, das Spiel, in dem uns kleine Gartenzwerge mit Fragezeichen über dem Kopf auffordern, die Ernte einzuholen, wo sich die Klassen Bio-Bauern und Legehennenbatterie-Besitzer zu Raids zusammen schließen, um gegen die EU-Agrarreform zu demonstrieren, und in dem als oberstes Achievement das Bestehen der Heroic Quest „Bauer sucht Frau“ winkt. Ein Hoch auf den Landwirtschafts-Simulator!

Bis es soweit ist werden wir selbst erklärte Spieler „richtiger“ Spiele weiterhin den Kopf schütteln und uns über die Inbrunst amüsieren, mit der die Landwirtschafts-Simulator Community nach neuen Ballenpressen schreit, die längst überfällige Gras-Mod einfordert oder die verschiedenen Methoden der Silage diskutiert.

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Street Fighter 4 – Rückkehr einer Legende

Donnerstag, 22. Januar 2009 16:55

Ein echter Klassiker: Street Fighter 2 wird noch heute in seinen vielen Varianten äußerst gern gespielt. Nach den unzähligen Varianten mit Namen wie Super Street Fighter 2 Turbo HD Remix oder ähnlichen, will sich nun Street Fighter 4 in die Herzen der Spielergemeinde kämpfen. Bereits im Vorfeld heimste SF 4 einige Lorbeeren ein. Schließlich war es eine aus nostalgischer Sicht löbliche Idee, die alte Kämpferriege fast unverändert zu behalten und die Grafik soweit zu stilisieren, dass Street Fighter 4 modern wirken kann, ohne den alten Arcade Charme der Street Fighter 2 Konsolenversionen zu verlieren.

Publisher Capcom kann sich bereits jetzt einen Riesengewinn versprechen, schließlich wird sich Street Fighter 4 allein schon aufgrund des bekannten Namens verkaufen. Zudem ist derzeit kein anderer derart bekannter Vertreter einer Prügelspiel-Serie in Aussicht. Gewiss, am Ende des Jahres folgt Tekken 6, aber dieses trat in den Augen vieler Zocker noch nie so recht in Konkurrenz zur Street Fighter-Reihe. Auch die Vorabmeldungen der Spielepresse können sich da sehen lassen, wie diese Street Fighter 4 Vorschau zeigt.

Neu in der Street Fighter Serie ist die Entscheidung Capcoms, eine PC-Fassung gleich zum Start des Spiels anzubieten. Schließlich waren die vorigen Street Fighter-Teile meist nur durch Emulatoren auf dem PC spielbar. Street Fighter IV lässt nun auch eingefleischte Tastaturzocker über den Kauf eines Gamepads nachdenken.

Im Laufe der Jahre hat sich natürlich allerhand Kurioses rund um die Street Fighter-Reihe angesammelt, die schon so etwas wie ein Kulturgut der Konsolengeneration geworden ist. Neben einer echten Street Fighter Weltmeisterschaft, die ganze Hallen mit Fans zu füllen vermag und natürlich den unvermeidlichen unzähligen Plagiaten, kann sich Street Fighter sogar rühmen, Einzug in Filmproduktionen erhalten zu haben. Dieser mit einem Augenzwinkern geschriebene Street Fighter Artikel zeigt drei der besten Videoanlaufstellen für den wahren Street Fighter Fan. Neben Jackie Chans Auftritt als verwandelter Konsolenkämpfer im Film City Hunter sind hier auch spaßige Fanproduktionen zu finden, die die Kämpferriege aus Street Fighter einige Jahre nach ihren größten Erfolgen als Realverfilmung zeigt. Und natürlich fehlt auch nicht eine atemberaubende Szene aus dem legendären Kampf der Street Fighter 3 Weltmeisterschaften.

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Kostenlos ballern: Battlefield Heroes

Dienstag, 20. Januar 2009 11:49

Die erfolgreiche Battlefield-Reihe wagt den Neuanfang: Und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Wirft man einen ersten Blick auf das demnächst erscheinende Battlefield Heroes, wähnt man sich in einer Partie Team Fortress 2 – die schwedischen Macher vom Entwickler DICE haben sich offensichtlich vom Comic-Look des Multiplayer-Shooter inspirieren lassen. Statt realistisch Blut und Wasser zu schwitzen, verströmen die Helden in Battlefield Heroes bunte Farbe und gute Laune.
Die größte Neuerung aber: Im Gegensatz zu den bisherigen Teilen der Battlefield Serie wird Battlefield Heroes kostenlos. Free to play nennt sich das neudeutsch und heißt im aktuellen Fall: Für den Client muss niemand zahlen – einfach runterladen und losspielen. Zwei Maps sollen zum Start von Battlefield Heroes zur Verfügung stehen. Auch für Waffen und Fahrzeuge muss niemand ins Portemonnaie greifen. Bleibt die allseits bekannte Frage: Wie verdienen dann die Battlefield Heroes Macher ihr Geld? Klar: Item Selling heißt wie so oft das Zauberwort. Allerdings werden die Spieler lediglich für kosmetische Dinge ihr Erspartes berappen können, sprich: neue Kleidung, knackige Siegposen, verrückte Tänze oder lustige Gadgets wie ein Papagei auf der Schulter. Aufs Gameplay wird sich dieser Download Content jedoch nicht auswirken.

Ob die zwei Battlefield Heroes Maps zum Start allerdings ausreichend sein werden, sei an dieser Stelle dahin gestellt – jedoch wird Nachschub nicht lange auf sich warten lassen. Die Entwickler betonen jedoch, dass sie von einem Überangebot an Maps nicht begeistert sind: Schließlich würden auch bei anderen Shootern wie Counter-Strike, Unreal Tournament (UT) oder Team Fortress 2 nur eine Handvoll Maps wirklich gespielt, während die restlichen lediglich für die Statistik sind. Ansonsten ändert sich am Spielprinzip wenig, abgesehen davon dass sich Battlefield Heroes schneller, actionreicher und lauter spielen wird wie seine Vorgänger. Zu Fuß oder in Fahrzeugen bekriegen sich auf riesigen Maps Spieler dreierlei Klassen: Soldat, Kommando und Gunner.

Zwar schaut man ja geschenkten Gäulern nicht ins sprichwörtliche Maul, doch die lange Medienfunkstille von DICE und Publisher EA Games lassen allerdings befürchten, dass man dem Kostenlos Client Konzept von Battlefield Heroes nicht so ganz traut. Und Battlefield 3 ist ja auch bereits angekündigt.

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Wird Die Sims 3 das erfolgreichste Computerspiel?

Freitag, 9. Januar 2009 11:57

Mit der Lebenssimulation Die Sims und dem Nachfolger Die Sims 2 schufen Entwickler Maxis und Publisher Electronic Arts nichts weniger als das erfolgreichste Computerspiel Franchise aller Zeiten. Unzählige Addons über Wilde Campus-Jahre, Sims Haustiere, Inselgeschichten und gar H&M Accessoires zählt die Reihe mittlerweile. Da wundert es nicht, dass die Ankündigung von Die Sims 3 nicht lange auf sich warten ließ. Der von den Fans sehnsüchtig erwartete Nachfolger wurde auf der Games Convention erstmals der Presse gezeigt – und rief zunächst Ernüchterung hervor: Die Sims 3 gleicht optisch seinem Vorgänger wie ein Ei dem anderen.

Die vielen Einzelheiten offenbaren sich erst bei genauerem Hinsehen: So wird in Die Sims 3 nicht nur eine überschaubare Nachbarschaft simuliert, stattdessen steht dem Spieler für seine Aktivitäten eine komplette Kleinstadt zur Verfügung. In den Shopping Malls, Parks und Straßen gilt es vor allem, Kontakte zu seinen Mit-Sims zu knüpfen und Freundschaften zu pflegen. Eine Kampagne oder einen Story-Modus wie in den Ablegern Die Sims: Lebensgeschichten oder Die Sims: Inselgeschichten wird es zwar nicht geben, dafür soll das neu eingeführte Lebensziel diesen Aspekt aufwiegen: Eure Sims nehmen sich etwa vor, Rockstar zu werden, zur Sportskanone aufzusteigen oder die Weltherrschaft zu erringen. Dadurch, und den Beziehungen zu anderen Sims, ergeben sich individuelle, dynamische Geschichten, ohne dass sie zuvor festgeschrieben worden seien.

Entwickler Maxis hat auch das Eigenschaften System in Die Sims 3 angepasst, das jetzt eher einem Rollenspiel entspricht: Mit zahlreichen Attributen wie Sportlichkeit, Intelligenz oder gar Schusseligkeit wird euer Sim zu einem echten Individuum. Je nach Eigenschaft gilt es neben den Grundbedürfnissen wie Hunger und Spaß die charakteristischen Facetten eures Sim zufrieden zu stellen.

Auch optisch lassen sich die Sims bis ins kleinste Detail individualisieren: Dafür sorgt der Sim Creator, der Haarfarbe, Lippenbreite oder selbst Augenbrauen anpassen lässt. Eigene Kreationen lassen sich dann über die Online-Plattform Sim Exchange veröffentlichen und tauschen. Die Voraussetzungen, mit Die Sims 3 das nächste Kapitel in der Geschichte der erfolgreichsten Computerspiele aufzuschlagen, sind also gegeben. Auch wenn es erneut keinen Multiplayer-Modus geben wird. Aus dem ersten Versuch mit Die Sims Online haben Maxis und Electronic Arts wohl gelernt.

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Schiff ahoi! Anno 1404 Vorschau gesichtet

Donnerstag, 8. Januar 2009 16:58

Auf der Spieleweltkarte nimmt Deutschland einen ganz besonderen Platz ein: Früher tummelten sich die Teutonen bevorzugt in komplexen Wirtschaftssimulationen, die den spröden Charme von Excel-Tabellen versprühten, dann erstellten sie ausufernde Warenkreisläufe zwischen wuselnden Siedler. Erfolgreichster Vertreter dieses regionalen Phänomens ist und bleibt aber die Anno-Serie. Anno 1602 und Anno 1503 zählen bis heute zu den erfolgreichsten Computerspielen aller Zeiten hierzulande, während Spiele dieses Genres im Ausland nach wie vor ignoriert werden.

Mit Anno 1701 übernahmen erstmals die Mainzer von Related Design das Ruder und versuchten mit schicker 3D-Grafik und nie zuvor da gewesenem Wuselfaktor die Anno-Serie in die Neuzeit zu überführen. Mit Anno 1404, angekündigt auf der Games Convention 2008, geht man nun den Schritt zurück – ins Mittelalter. Außerdem geht man einen Schritt, der offenbar immer dann vollzogen wird, wenn einem Entwickler keine Neuerung mehr einfallen will: Eine neue Fraktion wird eingeführt. In Anno 1404 gerät der Spieler erstmals in Kontakt mit dem Orient. Statt aber den Kampf der Kulturen auszurufen, soll der Okzident in Anno 1404 vom Orient lernen, mit ihm Handel treiben und seinen eigenen Horizont erweitern.

Ansonsten ändert sich mit Anno 1404 im Vergleich zum Vorgänger Anno 1701 wenig: „Viel vom bewährten und beliebten Spielprinzip“, heißt es daher in der Presse, und eine der ersten Anno 1404 Vorschau schließt mit: „Alles bleibt Anno.“ Logisch: Das bewährte Prinzip um Wuselfaktor und Aquariumseffekt bleibt von Publisher Ubisoft und Entwickler Related Design unangetastet, dafür betreibt man emsig Feinschliff: Einfacherer Zugang für Einsteiger, mehr zu tun für Profis im Endgame und monumentale Bauwerke und Städte lauten die Eckdaten von Anno 1404.

Dass die Siedler Entwickler Blue Byte und Related Design mittlerweile beide unter dem Dach von Ubisoft firmieren, soll beiden Marken aber nicht zum Nachteil gereichen: Im Gegenteil erhofft man sich durch die internationale Marktmacht von Ubisoft für Anno 1404 endlich auch den Durchbruch außerhalb Deutschlands. Vielleicht sogar bis in den Orient hinein…

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