Dragon Age: Origins – Rollenspiel des Jahres

Donnerstag, 26. November 2009 17:01

2009 ist ein hervorragendes Jahr für Rollenspieler: Erst Divinity 2, dann Risen und nun Dragon Age: Origins. Die Entwickler von BioWare besinnen sich auf ihre Wurzeln und schicken die Spieler von Dragon Age in die finstere Fantasy-Welt von Thedas, genauer: In das Land Ferelden. Setting und Gameplay erinnern stark an BioWare Genre-Primus Baldur’s Gate 1 & 2, können aber auch heute noch überzeugen.

Dragon Age: Origins beginnt typisch für jedes Rollenspiel mit der Erschaffung eines eigenen Charakters, ihr wählt zwischen Menschen, Elfen und Zwerge; Krieger, Schurke und Magier und entscheidet euch schließlich für eine von sechs Origin-Stories. Diese Geschichten bestimmen die Herkunft eures Helden und beeinflussen maßgeblich das Spielgeschehen. So könnt ihr etwa als adliger Mensch in den Kampf ziehen und werdet dementsprechend behandelt. Oder ihr wählt die Elfen-Nomaden der Dalish, von denen die Bewohner Thedas kaum etwas wissen.

Dies ist aber nur die erste von vielen Entscheidungen, die ihr in Dragon Age: Origins treffen müsst, denn ständig werdet ihr vor die Wahl gestellt: Helft ihr dem Gefangenen, um an seinen Schlüssel zu kommen oder tötet ihr ihn einfach? Bekämpft ihr die bösen Magier oder lasst ihr sie ziehen und erlernt so deren finstere Magie? Nahezu jede dieser Entscheidungen hat auch einen Einfluss auf eure Gruppe, in Dragon Age seid ihr nämlich nicht alleine unterwegs.

Gleich zu Beginn schließen sich euch etwa Alistair und Morrigan an, zwei grundverschiedene Persönlichkeiten. Morrigan bevorzugt den effektiven Weg zum Ziel und geht auch über Leichen, Alistair wiederum will den Menschen helfen. Folglich kann man nicht beide gleichzeitig zufrieden stellen, dafür aber ihren unterhaltsamen Streitereien lauschen. Sollte einer eurer Gefährten gar nicht mit euren Entscheidungen übereinstimmen, kann er sich sogar gegen euch stellen und die Gruppe verlassen.

Die große Bedrohung stellt die dunkle Brut dar, die, angeführt von einem Erzdämonen, eine Plage über das Land und schließlich die ganze Welt bringen wird. Dragon Age: Origins ist ein sehr anspruchsvolles Spiel und gerade die Kämpfe können recht knackig werden, solltet ihr also mal nicht weiterkommen, empfehlen wir einen Blick in die Dragon Age Komplettlösung. Ansonsten wünsche ich viel Spaß in Ferelden und im Kampf gegen die dunkle Brut!

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The Whispered World: Sadwick übertrumpft Guybrush

Dienstag, 1. September 2009 10:37

Adventure-Fans können zurzeit wahrlich nicht meckern. Zuerst erscheint The Secret of Monkey Island, das wohl beste Adventure aller Zeiten, als Remake in der Special Edition und quasi parallel dazu entwickelte Telltale Games „Tales of Monkey Island“ und liefert damit weitere Episoden um den Möchtegern-Piraten Guybrush Threepwood . Doch mögen die neuen Monkey Island Episoden noch so nett sein, ein weiteres Adventure darf neben dem klangvollen Namen Monkey Island auf keinen Fall untergehen: The Whispered World aus dem Hause Daedalic, die schon das fabelhafte Edna bricht aus kreiert haben.

In The Whispered World schlüpft ihr in die Haut des kleinen, schwermütigen Clowns Sadwick, der, seinen Träumen nach, die Welt ins Chaos und in die Verdammnis stürzen wird. Natürlich kann sich Sadwick seinem Schicksal nicht einfach ergeben, und ungeachtet der Warnungen macht ihr euch auf in die fantasievolle Flüsterwelt, um den Untergang der Welt zu verhindern.

The Whispered World ist ein voll und ganz fantastisches Abenteuer und lässt euch in eine Welt eintauchen, die trotz ihres eigentlich traurigen Szenarios mehr Spielwitz versprüht als so manch anderes „lustiges“ Adventure. Mitverantwortlich ist Sadwicks treuer Gefährte Spot, ein kleines, grünes und raupenähnliches Wesen, das einen so warmen und treuen Blick aufsetzten kann, dass man am liebsten in den Monitor greifen und Spot ganz fest drücken möchte. Doch nicht nur Spot bereichert The Whispered World mit Witz und Charme, sondern auch allerhand ungeahnte Charaktere. Da wären zum Beispiel die beiden Steine Ralv und Yingo, die sich seit geraumer Zeit einen perfiden Plan zur Unterjochung der Welt zurecht gelegt haben, ungeachtet dessen, dass die Welt weitaus größer ist als ihr Blickfeld.

The Whispered World besinnt sich in vielerlei Hinsicht auf alte Adventure-Tugenden. So schmücken statt detailarmen 3D-Umgebungen handgemalte und wunderschöne 2D-Hintergründe die Flüsterwelt und versprühen einen unverwechselbaren Charme. Zwar muss man auf bekannte Synchronstimmen verzichten, doch die Sprecher sind hervorragend gewählt und schlagen zu jeder Zeit den richtigen Ton an.

Auch das Rätseldesign ist vortrefflich, wenn auch, gerade zum Ende hin, etwas zäh. Dennoch kann man alle Knobelaufgaben mit etwas Hirnschmalz lösen. Und wenn einem doch mal die (spärlichen) Hinweise überhaupt nicht weiterhelfen sollten, kann man immer noch einen verschämten Blick in die Whispered World Komplettlösung riskieren. The Whispered World ist ein klasse Adventure, das ohne schlechten Gewissens in einem Atemzug mit Monkey Island oder den großen Lucas Arts Klassikern genannt werden kann.

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Call of Juarez: Bound in Blood – edler Western-Shooter

Freitag, 3. Juli 2009 15:37

Ein sandiger Wind fegt entwurzelte und ausgetrocknete Büsche über die Straße, die Sonne brennt heiß auf die Brüder McCall herab. Die Fenster des Salons sind durch den vorangegangen Schusswechsel zersplittert, vor dem Eingang liegen herrenlose Revolver neben ihren alten, toten Besitzern. Sie waren für Ray und Thomas einfach zu langsam. Ray zieht sich als Schutz vor der Sonne die Krempe seines schwarzen Huts ins Gesicht und ruft dem Saloon entgegen: „Komm raus, du Feigling!“ Der Schurke stellt sich dem direkten Duell – reiner Selbstmord. Hätte er den McCalls besser nicht im Weg gestanden.

Die McCalls sind die Hauptcharaktere in Ubisofts neuem Western-Shooter Call of Juarez: Bound in Blood. Wie schon der Vorgänger, oder besser, der Nachfolger, denn Call of Juarez: Bound in Blood ist ein Prequel, ist Call of Juarez: Bound in Blood ein Werk der polnischen Spielschmiede Techland. In Bound in Blood schlüpft der Spieler in die Rolle von Thomas oder Ray McCall. Vor jedem Level kann man sich für einen der Beiden entscheiden, was kleine Änderungen im Level nach sich zieht. Auch die Charaktere an sich unterscheiden sich: Während Ray mit zwei Colts kräftig im Nahkampf austeilt und verschanzte Banditen mit Dynamitstangen aus ihrer Deckung sprengt, kann Thomas mit seinem Bogen und Wurfmessern Feinde lautlos in den Staub schicken.

Call of Juarez: Bound in Blood strotz im Leveldesign nur so vor abwechslungsreichen Ideen. Mal poltern wir mit einer Postkutsche über die Prärie und müssen Angreifer abwehren und dann eine ganze Stadt samt Saloon von Gesindel befreien. Call of Juarez: Bound in Blood schickt uns auch auf eine Kanu-Tour, auf der wir unsere Skalps vor wütenden Indianern retten müssen. Natürlich sind Western-Klischees wie die obligatorische Goldmine, ein verfluchter Schatz und viele Pferde ebenfalls in CoJ: Bound in Blood enthalten.

Das alles setzt Bound in Blood in einer wahren Grafikpracht effektvoll in Szene, die Zwischensequenzen könnten glatt aus einem Wild-West-Film stammen. Die Steuerung geht dank einem halbautomatischen Deckungssystem und leichtem Autoaim spielend von der Hand und verstärkt das Mittendrin-Gefühl. Nicht ganz überzeugen kann jedoch die Sprachausgabe des Hauptcharakters, wie dieser Call of Juarez: Bound in Blood Test bemängelt.

Den Rahmen für das Effektfeuerwerk stellt eine hervorragend herausgearbeitete Story über Bruderliebe, Neid und Gier. Leider läuft in Call of Juarez: Bound in Blood nach guten sieben Spielstunden der Abspann den Monitor hinunter. Doch die Erinnerungen an die Geschichte wird mir noch für eine ganze Weile im Gedächtnis bleiben.

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Overlord 2 – Böse ist gut

Dienstag, 30. Juni 2009 14:53

Böse ist gut. Und böse ist lustig. Zumindest im 3rd-Person Action-Adventure Overlord 2 aus dem Hause Triumph Studios. Overlord 2 bleibt dem Gameplay aus dem ersten Overlord treu. So schlüpft ihr erneut in die Rolle des Overlord und steuert ihn über die Schulterperspektive durch die schönen und abwechselungsreichen Levels. In Overlord 2 seid ihr nie alleine unterwegs. Stets an eurer Seite, oder besser: zu euren Füßen, wuselt ein ganzer Haufen von kleinen Dienern, genannt Minions oder Schergen, umher, allzeit bereit, eure Befehle auszuführen – selbst wenn es sich um Selbstmordkommandos handeln sollte.

Overlord 2 bietet euch gleich vier verschiedene Minions an: die Blauen, die Roten, die Brauen und die Grünen. Alle sind mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestatten und eröffnen ganz neue Wege und strategische Schachzüge. Und damit ist auch schon alles zum Spielprinzip von Overlord 2 gesagt. Ihr schlagt, zündelt und prügelt euch durch Landschaften, sodass es eine wahre Freude ist und kein Stein auf dem anderen bleibt. Eine Eskimo-Siedlung? Kein Problem. Da wird mit der ganzen Minions-Horde eingefallen und alles geplündert, was nicht niet- und nagelfest ist. Wehrhaften Bewohnern werden dann auch schon mal die kleinen und gemeinen Minions auf den Hals gehetzt und man greift selbst mit der Breitaxt ein.

Die Welt in Overlord 2 ist gigantisch groß und sehr verschachtelt, sodass man leicht zwischen dem ganzen Böse-sein schon mal den Überblick verliert. Doch da ihr eh böse seid, wird euch einen Blick in die Overlord 2 Komplettlösung übel nehmen.

Auch die Tierwelt ist in Overlord 2 nicht sicher. Grazile Pfauen, liebevolle Pandabären oder kuschelige Robben werden ohne mit der Wimper zu zucken in den Boden gestampft. Auf dem Weg zur Weltherrschaft ist halt kein Platz für Streichelstopps und Fotopausen. Außerdem besteht die Chance, dass die pelzigen oder gefiederten Tiere leuchtende Kugeln zurücklassen, mit denen wir unsere Minions verstärken können. Für jede Kugel gibt es in Unterwelt einen munteren Helfer dazu, den ihr von nun an schikanieren und zur Arbeit treiben könnt.

Und wie es sich für einen echten Kerl gehört, werden zwischen den Plünder- und Zerstörungsorgien ein paar Mätressen abgeschleppt und in den hauseigenen Harem gesteckt. Wem also Dungeon Keeper oder schon Overlord gefallen hat, wird von Overlord 2 bestimmt begeistert sein.

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Red Faction: Guerrilla – Mit dem Hammer durch die Wand

Montag, 8. Juni 2009 15:21

Es war schon immer ein Kuriosum: Als Spieler konnte man in dem Actionspiel seiner Wahl mit Raketenwerfern Panzer, Alienraumschiffe oder ganze Gegnerarmeen ohne Probleme einäschern, bei einer ganz normalen Sperrholztür stieß man dann jedoch an seine Grenzen. Ohne den passenden Schlüssel führte kein Weg an ihnen vorbei. Doch damit macht jetzt Red Faction Guerrilla Schluss! In Red Faction: Guerrilla kann man(n) mal so richtig den Vorschlaghammer schwingen.

Red Faction: Guerrilla ist der dritte Teil der Serie und spielt wie die anderen Red Faction Teile auf dem Mars. Schon das erste Red Faction vom Entwickler Volition aus dem Jahre 2002 beinhaltete das unterhaltsame Feature zerstörbare Umgebung und hob sich so gekonnt von der Masse ab. Nie zuvor war es in einem Computerspiel möglich gewesen, ganze Gebäude einzureißen und anstatt festgelegten Pfaden einfach durch die Seitenwand in die gegnerische Zentrale einzufallen. Dieses Gameplay wurde nun mit Red Faction: Guerrilla perfektioniert.

In Red Faction spielt man den Minenarbeiter Parker. Er ist einer von vielen und muss auf dem Mars Ressourcen abbauen, da die Erde vollkommen ausgebeutet wurde. Die Abbaurechte des Mars liegen bei der Ultor Corporation, die folglich auch für die vorherrschenden miserablen Lebensumstände verantwortlich ist. Um sich dagegen zu erwehren, gründet sich die namensgebende Widerstandsgruppe Red Faction, der ihr als Spieler beitretet. Der nunmehr dritte Teil Red Faction: Guerilla spielt immer noch auf dem Mars, allerdings liegen zwischen den Ereignissen aus Red Faction und Red Faction: Guerrilla gute 50 Jahre.

Aber ganz ehrlich: Die Handlung ist zweitrangig. Der Mars in Red Faction: Guerrilla dient als riesige Spielwiese für Kind gebliebene Kerle, die gerne mal riesigen Gebäuden die Stützpfeiler wegsprengen oder mit einem Mech einfach durch ein Hochhaus laufen. Verliert man bei den ganzen Sprengungen mal den Überblick über die Missionsziele, hilft ein Blick in die Red Faction Guerrilla Komplettlösung. Immerhin gibt es in Red Faction: Guerrilla sieben riesige Gebiete, die auf eure Zerstörungs-, pardon, Erkundungstouren warten. Ziel ist es, die bereits erwähnten Gebiete zu erobern, indem ihr die Moral des Gegners schwächt und die der Red Faction stärkt. Zu den tollen Zerstörungsorgien gesellt sich eine schöne Grafik und glaubwürdige Physik. Also, eingekauft und losgesprengt!

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Mafia 2 gegen GTA 4

Dienstag, 19. Mai 2009 11:25

2002 machte Illusion Softworks den PC-Spielern dieser Welt ein Angebot, das sie nicht ablehnen konnten – und auch nicht wollten. Illusion Softworks sind die Entwickler von Mafia: City of Lost Heaven, kurz Mafia. Damals schickten die Entwickler den Spielern in der Zeit zurück in eine Großstadt der 30er Jahre, ähnlich New York, in der man durch einen dummen Zufall vom Taxifahrer zur rechten Hand des Don Salieri aufstieg. Mafia verstand es außerordentlich gut, dem Spieler die weiteren Charaktere in Mafia, wie etwa seine Gangsterkollegen Pauli oder Sam, näher zu bringen.
Die enorme Tiefe der Charaktere führte zu einer Verbundenheit, durch die Mafia eine ganz besondere Atmosphäre erzeugte und eine der besten Geschichten der PC-Spielegeschichte erzählte. Jetzt, sieben Jahre später, soll endlich der sehnlich erwartete Nachfolger Mafia 2 erscheinen. Dieser wird erneut in Tschechien entwickelt, allerdings heißt das von Take 2 aufgekaufte Studio Illusion Softworks mittlerweile 2K Czech.

Mafia 2 spielt 1946, also kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Spieler übernimmt die Rolle des Vito Scaletta. Dieser kehrt aus dem Krieg in die Stadt Empire City zurück. 2K Czech hat sich bei der Stadt Empire City ähnlich wie Rockstar Games bei GTA 4 New York als Vorbild für sein Open World Szenario genommen. Allerdings soll Empire City kein direkter Nachbau sein, sondern nur entfernt an New York erinnern. In der Stadt schließt sich Vito einer der Mafiabanden an, für die er im Laufe des Spiels immer umfangreichere und halsbrecherische Aufgaben erfüllt.

Wie Trailer eindrucksvoll beweisen, hat sich seit Mafia grafisch eine Menge getan, die Tschechen scheinen zu wissen, wie man eine leistungsstarke Grafikengine programmiert. Die Stadt wirkt wundervoll lebendig. Wie schon in Mafia oder andern Open World Spielen wird man zwischen den Missionen die Zeit haben, die Stadt zu Fuß oder mit einem der über 50 Fahrzeuge zu erkunden. Die Fahrphysik der schnelleren und moderneren Autos soll sich deutlich realistischer anfühlen als die der Oldtimer in Mafia. Und wenn man beim Kurvendriften doch mal einen Unfall baut, gibt ein ausgeklügeltes Schadensmodell Rückmeldung über die schwere und den Fahrzeugzustand.

Ob sich Mafia 2 gegenüber dem momentanen Platzhirsch Grand Theft Auto 4 durchsetzen kann, wird sich Ende 2009 zeigen, denn dann soll Mafia 2 erscheinen. Wenn aber Mafia 2 eine ähnlich dichte Atmosphäre erzeugen kann und eine packende Story erzählt, dann steht uns vielleicht schon bald ein neues, nicht auszuschlagendes Angebot bevor.

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The Book of Unwritten Tales verzaubert Adventure Welt

Mittwoch, 6. Mai 2009 9:56

Es wäre ein Jammer gewesen, wenn The Book of Unwritten Tales seinem Namen gerecht geworden wäre und die sagenhaften Geschichten wirklich nicht niedergeschrieben worden wären. Denn The Book of Unwritten Tales ist nach Ceville und Edna bricht aus erneut ein grandioses Adventure im Geiste von Monkey Island geworden, das sich selbst und auch sonst beinahe jedes bekannte Fantasy Universum auf die Schippe nimmt, sei es Der Herr der Ringe oder Warhammer 40k.

In The Book of Unwritten Tales vom deutschem Entwickler King Art machen sich eine Elfe, ein Gnom und ein Mensch mit seinem treuen Begleiter Vieh auf, um die Welt vor dem Bösen zu retten. Zuerst knobeln wir uns noch mit jedem Charakter einzeln durch die schönen Level von BoUT, später im Team, wobei jeder Charakter  seine ganz individuelle Art aufweist.

Der Mensch Nate zum Beispiel hat immer einen kessen Spruch auf den Lippen, sodass kein Dialog langweilig wird. Den Gnom Wilbur zeichnet eine liebenswerte Tollpatschigkeit und Naivität aus, die ebenfalls oft Anlass zum Schmunzeln gibt. Die Elfin Ivo ist die Denkerin im Heldentrio und behält in Situationen einen kühlen Kopf, bei denen Wilbur längst in Ohnmacht gefallen wäre oder Nate das Weite gesucht hätte. Der letzte Charakter in The Book of Unwritten Tales ist das Vieh namens Vieh, das seine eigene, unverständliche Sprache hat und sich so nur durch Gesten mitteilen kann. Außerdem kann es herrlich treudoof schauen.

Wie es sich für ein waschechtes Adventure gehört, hat The Book of Unwritten Tales einige knackige Rätsel auf Lager. Aber wenn man vor lauter Lachtränen mal des Rätsels Lösung nicht sieht, hilft ein Blick in die The Book of Unwritten Tales Komplettlösung und schon kann der Spaß weiter gehen. Wäre auch zu schaden, denn in den Fantasy Wlten von The Book of Unwritten Tales gibt es an fast jeder Ecke etwas Lustiges zu entdecken: So zum Beispiel bei einem Schausteller den „dicksten Hamster Welt“ oder gar den Tod in rosa Häschenschuhen.

Mit The Book of Unwritten Tales ist dem Entwickler King Art wirklich ein grandioses Adventure gelungen, das seinen Witz nicht gekünstelt an den Spieler bringt, sondern seinen Humor aus den tiefen seines Programmcodes versprüht.

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Ceville – Das Böse hat einen Namen

Montag, 27. April 2009 11:06

Schon tausend Mal die Welt gerettet? Hunderte Male von jubelnden Massen gefeiert worden, die Prinzessin gerettet und den Drachen erschlagen? Alles viel zu öde. Zu weich, zu… heldenhaft. Dabei geht es doch auch ganz anders, wie immerhin schon das Strategiegenre mit dem Klassiker Dungeon Keeper bewies.

Was Diablo kann, kann ein kleiner König schon lange, dachten sich wohl die Entwickler bei Realmforge und erschufen mit Ceville ein Adventure mit mehr schwarzem Humor als eine Wagenladung Schwarzwälder Holzkohle. Im märchenhaften Reich Faeryanis wandelt ihr als tyrannischer kleiner König Ceville auf den Spuren solch namhafter Vettern wie Guybrush Threepwood aus Monkey Island oder Zak McKracken aus… Zak McKracken eben.

Zurzeit erleben die Adventures ohnehin wieder eine Renaissance, doch Ceville kann sich unter den zahlreichen Hochkarätern einen besonderen Platz auf den vorderen Plätze ergattern. Neben den netten Animationen fügen sich vor allem die fiesen kleinen Bemerkungen des Miniaturkönigs gut in die Spielatmosphäre ein. Gegen Ende muss der Spieler dann aber doch wieder die Welt retten und vor einem bösen Zauberer bewahren. Ganz so niederträchtig wollten die Entwickler ihren Ceville dann doch nicht charakterisieren.

Die Rätsel um Ceville und seine Gefährten Lilly und Ambrosius können Adventure-Neulinge bisweilen recht ratlos vor dem heimischen PC sitzen lassen. Schließlich ist durch reines Herumprobieren in diesem Spiel kein Blumentopf zu gewinnen. Zu zahlreich die Kombinationsmöglichkeiten mit verschiedenen Charakteren und Gegenständen. Ein Blick in die Ceville Komplettlösung war zumindest bei mir gelegentlich nötig.

Warum also Ceville kaufen? Ganz einfach: Ceville lässt sich als klassisches, an Wortwitz und skurrilen Charakteren reiches Adventure an, welches sich zeitgemäß mit bunter 3D-Grafik und schicken Animationen präsentiert. Darüber hinaus finden Veteranen des Genres eine Vielzahl größerer und kleiner Anspielungen auf die klassischen Adventures der frühen 90er oder Filme wie Star Wars, Herr der Ringe oder auch Fantasy Titel wie World of Warcraft. Die Rückkehr eines goldenen Zeitalters also? Das entscheidet letztlich die Brieftasche der spielenden Massen.

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Counter-Strike – von der Mod zum Medienspektakel

Freitag, 17. April 2009 9:48

„Bomb has been planted“ Jetzt muss es schnell gehen. Wir hatten kein Geld für ein Defuse-Kit, so müssen wir also mehr Zeit zum Entschärfen der Bombe einplanen. Das macht die Sache noch gefährlicher, denn beim Code-Knacken sind wir ein leichtes Ziel für die Terroristen. Glück gehabt, der zuerst angesteuerte Bombspot war der richtige, denn das Ticken der Bombe wird lauter. Wo ist das rote Blinken der Bombe? Das Ticken wird schneller. Da ist sie! Jetzt schnell ran. „Bomb has been defused“ Na Gott sei dank!

Solche Szenen spielen sich täglich zu Tausenden auf den Servern ab. Counter-Strike fing 1999 als Mod für Half-Life von Valve an und gehört nun zu den beliebtesten Multiplayer-Shootern, der sich inkl. Counter-Strike Condition Zero und Counter-Strike Source 11,1 Millionen Mal verkauft hat. Die Bombe in Counter-Strike tickt folglich seit nunmehr fast acht Jahren.

In dieser Zeit hat sich einiges getan, weit mehr als der Grafiksprung von einer 800x600er Auflösung auf das „Half-Life 2“ Grafikgerüst, die Source Engine. Counter-Strike entwickelte sich zu einem Multiplayer-Liebling und fest integriertem eSport-Titel, bis hin zum Medienspektakel. Anlass dafür war der Amoklauf in Erfurt am 26. April 2002. Die Polizei fand in der Wohnung des Amokschützen unter anderem das Spiel Counter-Strike. So schlitterte es nach und nach in die ungewollte Rolle des Vorzeige „Killerspiel“. Immer wieder wurden Counter-Strike abstruse Inhalte angedichtet und der angebliche hohe Gewaltgrad hervorgehoben. Nichtsdestotrotz erfreut sich Counter-Strike einer hohen Beliebtheit, denn Counter-Strike bietet mehr als Waffen.

Für viele scheint es, als ginge es ums bloße Ballern und Töten. Es reicht, den Feind mit dem Fadenkreuz anzuvisieren und die Maustaste zu drücken. Doch in vielen Fällen, vor allem bei ungeübten Spielern, geschieht gar nichts. Jedenfalls nicht das Erwünschte. Oft beißt man selbst ins virtuelle Gras und nicht der Gegner. Counter-Strike verlangt eine gewisse Erfahrung vom Spieler. Die Begeisterung entspringt unter anderem der Wettkampfatmosphäre, es ist ein Messen der Erfahrung und Reflexe. Doch das wird leider viel zu oft ausgeblendet oder nicht erkannt. Für Politiker ist ein Spiel mit Waffen ein Killerspiel, Punktum.

Würde man sich die Mühe machen und einmal hinter die Fassade schauen, könnte man ein Spielgerüst erkennen, das nicht auf Tod und Wut beruht, sondern auf Teamgeist und darüber hinaus die Hand-Augen-Koordination und die Reflexe schult. Vielleicht würde es dann der bayrische Innenminister unterlassen, Computerspiele und Kinderpornographie auf eine Stufe stellen.

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GTA Chinatown Wars: Das Beste für den DS

Dienstag, 14. April 2009 14:39

Mehr als nur Actionspiel. Die Grand Theft Auto-Serie hat sich zu einem ganz eigenen sozialen Phänomen gemausert. Heiße Debatten um die Fragwürdigkeit der freien Entscheidung des Spielers in der offenen Spielwelt jedes GTA-Titels auch einfach Amok laufen zu können, schwappen längst schon auf die Titelseiten etablierter spielfremder Magazine.

Der neueste Teil des GTA-Franchises Grand Theft Auto: Chinatown Wars macht da keine Ausnahme, wendet sich aber im Gegensatz zu den Vorgängern von den großen Konsolen ab und macht es sich auf Nintendo DS bequem. Kleines Spielgerät gleich kleines Spiel? GTA Chinatown Wars überzeugt vom Gegenteil.

Im Grand Theft Auto Chinatown Wars Test räumte der Titel dann auch eine echte Höchstwertung ab. Da dürfte sich so mancher langjährige GTA-Fan fragen, wie das Spiel auf dem Handheld funktionieren soll. Etwa wieder wie die Klassiker Grand Theft Auto und der zweite Teil mit ihren Top-Down-Perspektiven?

Zur Hälfte richtig, mit GTA DS lässt Entwickler Rockstar den Spieler schräg von oben den aufsteigenden Kriminellen Huang Lee steuern, bietet aber das abwechslungsreiche Gameplay der neueren Titel wie GTA  4 oder Grand Theft Auto: San Andreas. Neben einer neuen Brachialmethode die Polizei abzuhängen bietet das Spiel aber dank der Unterstützung des speziellen DS-Eingabegeräts, dem Stylus, einige wohltuende Änderungen im altbekannten Gameplay.

Beispielsweise können eifrige Bastler ihr Scharfschützengewehr selbst zusammenbauen, indem sie erst die Teile aus einem Koffer entnehmen, sie richtig zusammenfügen und mit Drehbewegungen verschrauben. Auch auf die subtileren Methoden eingefleischter Gangster legt Grand Theft Auto: Chinatown Wars besonderes Augenmerk. Elektronische Schlösser müssen erst einmal mit ein paar Schlägen aufgebrochen und dann die Drähte per Stylus verbunden werden.

Natürlich ist auch das altbekannte Überfahren von Passanten wieder mit in Grand Theft Auto: Chinatown Wars dabei und sorgt für den üblich anarchischen Comiccharme der schon dem ersten Grand Theft Auto seinen Erfolg bescherte. Eigentlich kann man da fast nur noch in den Laden rennen, um sich dieses kleine Meisterwerk zum Mitnehmen anzuschaffen.

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